Kategorie: Finanzen

Was beinhaltet eine wirtschaftliche Jahresabschluss-Prüfung bei Unternehmen?

Die Jahresabschlussprüfung wird am Ende eines Geschäftsjahres durch einen Abschlussprüfer aufgestellt. Es gibt die vertragliche Prüfung, die freiwillige Prüfung und die gesetzliche Prüfung. Alle erfüllen den Zweck, ein Urteil abzugeben, das die Einhaltung der Vorgaben von überwachenden Tätigkeiten darlegt. 

Findet eine freiwillige Abschlussprüfung statt, steht die Gestaltung des Prüfungsauftrages im Vordergrund. Bei Pflichtprüfungen geht es um die jeweils gesetzlichen Bestimmungen. Der Paragraf §§ 316 ff regelt die wichtigste Prüfungspflicht. Hiernach ist der Jahresabschluss mit Lagebericht und Zuhilfenahme der Buchführung bei etwaigen Unternehmungen zu prüfen. Fallen weitere Bestimmungen an, ergeben sich weitere Überprüfungen. In erster Linie setzt sich eine Jahresabschlussprüfung immer aus einer umfassenden Prüfung von Ordnungsmäßigkeiten der Rechnungslegung zusammen. 

Die gesetzlichen Vorschriften dieser Prüfungen orientieren sich in der Hauptsache an der vorhandenen Rechtsform, der Größe und der Branche der Unternehmen. Bei Einzelabschlüssen ergibt sich eine Prüfungspflicht, die getrennt nach Kapital- und Nicht-Kapitalgesellschaft abhängig von der Größe geregelt wird. Hier greift das Handelsgesetzbuch nach § 6 PublG und bestimmt die Rechnungslegung von bestimmten Konzernen und Unternehmen. Danach ergibt sich die Prüfungspflicht, wenn sich zwei der drei Kriterien für einen bestimmten Zeitraum erfüllen. Das bedeutet für Nicht-Kapitalgesellschaften nach § 3 I PublG ist die Bilanzsumme höher als 65 Millionen Euro und der Umsatz in einem Jahr, vor dem sogenannten Abschlussstichtag, mehr als 130 Millionen Euro, und die durchschnittliche Arbeitnehmerzahl innerhalb zwölf Monate ist vorm Abschlussstichtag größer als 5000. 

Es gibt eine besondere Prüfungspflicht bei Einzelabschlüssen. Für Genossenschaften geht es nach §§ 53–60 GenG um eine genossenschaftliche Pflichtprüfung. Des Weiteren unterstehen Versicherungsunternehmen nach § 341k HGB, Konzerne und Versicherungsgesellschaften nach §§ 57–60, 64 VAG unabhängig von der Größe, der Prüfungspflicht. Öffentliche Unternehmen finden ihre Regelung nach § 263 HGB durch die landesrechtlichen Vorschriften. 

Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlussprüfungen für Einzelabschlüsse ist zu prüfen, ob die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung des Unternehmens richtig dargestellt worden sind. Gesellschaften, die an der Börse sind, müssen zudem auf die Funktionsfähigkeit nach § 91 II AktG gefährdender Risiken hinsichtlich des Bestandes überprüft werden. Typische Schwerpunkte sind in der Buchführung die wesentlichen Abstimmungen und Übertragungen der rechnerischen Prüfungen mit den Belegen. Es findet eine Stichprobenprüfung der Buchführung statt, wobei das Hauptaugenmerk der Prüfung auf die Konten des Zahlungsverkehrs, des Warenverkehrs und Personalkonten liegt. Die Bilanz gibt dann Auskunft über ein detailliertes Ergebnis des Anlage- und Umlaufvermögens. Das WP-Handbuch beinhaltet die Passiva. 

Bei der Gewinn- und Verlust-Rechnung/GuV wird geprüft, ob alle Aufwendungen und Erträge in der Vollständigkeit und in puncto Perioden stimmen. Die jeweiligen Bezeichnungen müssen stimmen, da diese Ergebnisse der Ergänzung der Bilanzprüfung dienen. Die Positionen der GuV und die Bilanzpositionen sind meist eng miteinander verbunden. Wichtig ist auch die Prüfung von sonstigen Erträgen und Aufwendungen, die mit der Bilanzprüfung nicht oder nur unzulänglich zu erfassen sind. 

Der Bericht wird vom Prüfer unterzeichnet und den gesetzlichen Vertretern vorgelegt. Wenn der Auftrag vom Aufsichtsrat erteilt wurde, muss vor der Weiterleitung an diesen, dem Vorstand die Gelegenheit zu einer Stellungnahme nach § 321 V HGB gegeben werden.